Kosten

Früher:

Ab. 1.1.1997 war die Hüftultraschall-Untersuchung nach Graf als Vorsorge eine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung des Bundesrates, KLV Art. 12r). Damit diese Vorsorge einerseits möglichst frühzeitig gemacht wird, anderseits aber auch jedes neugeborene Kind diese Chance erhält – auch in abgelegenen Gegenden – war eine Zeitspanne von 0 – 6 Lebenswochen vorgegeben.

Auf den 30. Juni 2004 wurde diese Hüftultraschall-Untersuchung nach Graf aus dem Katalog der Vorsorgeuntersuchungen gestrichen – angeblich wegen des fehlenden Nachweises der Wirksamkeit eines generellen Screenings. Dieser Nachweis wurde damals auf eine Art und Weise gefordert, welche einen Teil der beteiligten Säuglinge benachteiligt, ja sogar gefährdet hätte. Deswegen hatte auch die Nationale Ethikkommission (NEK) diese von den Behörden unabdingbar geforderte Studie abgelehnt. Eine andere Nachweismethode der tatsächlichen Wirksamkeit, wie sie sich seit Jahrzehnten in der Praxis eindeutig gezeigt hatte, wurde abgelehnt! Ein Gutachten, welches von den Behörden im England in Auftrag gegeben worden war, kam zum Schluss, dass nirgends in der Welt eine Studie durchgeführt worden ist, wie sie die Behörden als einzige anerkennen würden. Daraus haben die Behörden den einseitigen Schluss gezogen, es fehle der Nachweis, dass die Vorsorge mit Hüftultraschall-Untersuchung nach Graf wirksam sei!

Heute:

Die Hüftultraschall-Untersuchung nach Graf bleibt dennoch eine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenversicherung, jedoch ab 1.7.2004 als Mittel zur Diagnose (KLV Anhang 1, Kapitel 4). Der Arzt oder die Ärztin, welche das neugeborene Kind betreut, entscheidet zusammen mit den Eltern über die Notwendigkeit dieser bildgebenden Untersuchung. Die Notwendigkeit ergibt sich als sicherer „Nachweis oder Ausschluss einer Hüftdysplasie oder Hüftluxation“.

Bei der Änderung der KLV ab 1.7.2004 blieb jedoch die Zeitspanne von 0 bis 6 Lebenswochen bestehen. Diese zeitliche Beschränkung war für eine Vorsorgeuntersuchung sinnvoll. Für eine diagnostische Abklärung ist sie widersinnig, denn auch nach dem Alter von 6 Lebenswochen ist und bleibt die Hüftultraschall-Untersuchung nach Graf die beste und zuverlässigste Methode, die wir heute kennen.
Daher wurde ab 1.8.2008 diese zeitliche Einschränkung aufgehoben.

Für das Kind ist es jedoch nicht gleichgültig, wann diese Untersuchung gemacht wird, denn

jede Behandlung, die sich auf Grund der Hüftultraschall-Untersuchung nach Graf ergeben könnte, ist umso wirksamer und führt umso sicherer zum Ziel einer normalen Hüfte, je früher sie beginnt.

Es gilt daher die Empfehlung:

Hüftultraschall-Untersuchung nach Graf möglichst bald nach der Geburt, d.h. in der ersten, spätestens innerhalb der 2. Lebenswoche.

Dabei ist es gleichgültig, ob die Ultraschalluntersuchung noch in der Geburtsklinik oder kurz nach Spitalaustritt gemacht wird.
Wichtig ist, dass sie von speziell in dieser Methode ausgebildete Ärzte oder Ärztinnen durchgeführt und beurteilt wird. Diese Bestimmung gilt seit Anfang an (1.1.1997) und ist so im Gesetz (KLV) verankert und bleibt unverändert gültig!
Die FMH hat deswegen die Anforderungen für diese Ausbildung in Hüftsonographie nach Graf ebenfalls seit 1997 in einem Fähigkeitsprogramm festgelegt.

Entscheidend ist aber auch, dass eine Behandlung – falls aus dem Befund der Ultraschalluntersuchung nach Graf eine weitere Massnahme notwendig erscheinen sollte – unverzüglich begonnen wird!